Gemeinde Thurn in Osttirol

St. Nikolauskirche

Bischof Nikolaus von Myra in Kleinasien starb dort 350 n. Chr. In Thurn dürfte das Wasser- als auch das Wegpatronat für die Wahl des Kirchenpatrons ausschlaggebend gewesen sein.

 

Das Jahr 1087 ist also ein Hinweis, dass die Nikolauskirche in Thurn frühestens im 12. Jahrhundert gebaut worden ist.

 

1308, am 28. April, ist die Urkunde datiert, von der wir wissen, dass in Thurn eine romanische Nikolauskirche (Kapelle) existierte.

 

Gut 100 Jahre später, genau am 10. Sept. 1416, wurde der Erweiterungsbau von Hw. Herrn Titularbischof von Cäsarea, Weihbischof in Salzburg, im Auftrag des Erzbischofs Eberhard von Salzburg geweiht. Die Erweiterung und neue Einrichtung veranlasste Burggraf Erasmus, der fünf Jahre später, 1421, starb.

Die St. Nikolauskirche erfährt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Barockisierung und den Einbau der Empore sowie den Bau der Vorhalle. Um 1759 wird sie noch durch die spätbarocken Seitenaltäre bereichert. Die Heiligen unter sich und mit dem Kirchenvolk kommunizieren zu lassen, war ein Auftrag von Dekan Nikolaus von Hildprandt an den Künstler J. Patterer.

 

1840 ist die Nikolausstatue den Thurnern nicht mehr schön genug und der Kunstmaler Waginger bekommt den Auftrag, ein Altarblatt mit einem farbenfrohen Nikolaus zu malen. Der Hölzerne hat ausgedient und kommt an der Außenwand der Stanis Mühle in die frische Luft. Er hat aber nochmals Glück und kehrt, von Restaurator Schweninger in Seefeld saniert, 1972 an seinen ehemaligen Standplatz am Hochaltar zurück.

St. Nikolaus in Thurn wurde von den Gläubigen verehrt und viel besucht. Aus den Opfergeldern erwuchs ein Fonds, der durch Kirchenpröbste verwaltet wurde und als Geldverleih fungierte, was durch eine Anzahl von Schuldscheinen belegt ist. Nach 1900 gibt es vom Kirchenfonds keine Aufzeichnungen mehr.

 

Mit der Installation der Fatimawallfahrt im Kriegsjahr 1943 durch Kooperator Haussteiner in St. Andrä bekam Thurn wieder einen neuen Bekanntheitsgrad.

 

Die letzte gründliche Restaurierung vollzog sich von 1974 – 1976. Die Segnung durch den Diözesanbischof Paul Rusch fand am 26. Juni 1976 statt.

Den umfangreichen Schriftverkehr bewältigte der inzwischen verstorbene Anton Waldner.

 

Weitere Informationen zur Kirche St. Nikolaus sind dem im Jubiläumsjahr 2008 erschienenen Kirchenführer zu entnehmen.

 

 

 

 

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